Evolution – Der Turm der Gefangenen / Thomas Thiemeyer

Verlag: Arena
Veröffentlicht: Januar 2017


EvolutionTeilZweiStoryline.
Lucie und ihre Freunde haben es geschafft; sie haben die Stadt der Überlebenden erreicht und obwohl die Menschen ihnen eher skeptisch entgegen treten, ist es für die Freunde alle mal besser als draußen vor den Toren der Stadt. Doch innerhalb der der Mauern läuft die Zeit etwas anders und schnell stellen die Freunde fest, dass es sogar gut war, das Jem – den sie vor den Toren bei dem Kampf aus den Augen verloren hatten – nicht dabei ist – denn Sklaverei gibt es wieder. Lucie fühlt sich unwohl, nichts von ihrem Freund zu wissen aber sie haben keine Möglichkeiten aus der Stadt zu kommen, um ihn zu suchen und als Marek sich auch noch mit den Menschen in der Stadt verbündet, stehen die Freunde vor einem ganz neuen Problem: ihr Bus ist weg, ihre Gesellschaft nur Geduldet und warum benehmen sich einige so komisch ihnen gegenüber? Auf der Suche nach Antworten, stoßen sie auf alte Schriften und in diesen wird von Zeitspringer berichtet; Menschen die genauso in diese Zeit geraten sind, wie sie selbst. Doch die Schriften sind verboten und als die Freunde mit Hilfe von Leòd und Ragnar versuchen an die geheime Schrift zu kommen, werden sie geschnappt und verurteilt – durch Markes Schuld. Für die Gruppe steht fest, dass sie flüchten müssen und als Jem plötzlich in den Mauern auftaucht und ihnen zur Flucht verhilft, scheint es fast so, als hätte sich das Blatt für sie gewendet. Aber weit gefehlt; Marek und eine Gruppe von Jägern verfolgen sie und dann sind da ja noch die Squids. Und diese Tiere finden die Gruppe noch vor den Jägern und das verändert alles.
(Teil 2 der Evolution-Trilogie)

Fazit.
Auf der Leipziger Buchmesse ist mir das Buch sofort ins Auge gefallen, zumal ich ja schon von dem ersten Teil so begeistert gewesen war und natürlich musste das Buch sofort bestellt werden und ich wurde nicht enttäuscht. Der zweite Teil von Evolution ist genauso spannend und actionreich wie der erste Band. Vielleicht sogar etwas spannender. Ich finde die Idee, die sich Herr Thiemeyer ausgedacht hat fantastisch und auch gar nicht so abwegig und mit diesem Kontrast, den die Menschen in der Stadt der Überlebenden bilden, sieht man auch den Unterschied zu Früher. Diese Feindschaft zwischen Jem und Marek macht die Sache natürlich schon spannend aber dass dann eben auch noch Leòd und Ragner mitmischen, verändert die ganze Personenkonstellation noch einmal. Wie gesagt, der zweite Teil ist genauso gelungen und gibt auch noch einmal mehr Informationen über die Squids, aber auch über den folgenden Teil, wie man ja am Ende des Buches erfährt. Ich bin einfach super gespannt auf den dritten Teil der Trilogie und werde sehnsüchtig warten. Bis dahin kann ich Teil eins und Teil zwei nur weiterempfehlen. Daumen hoch!

Lost Boy / Johannes Groschupf

Verlag: Oetinger Taschenbuch
Veröffentlicht: Januar 2017


lostboy+Storyline.
Als Lennart auf dem Hamburger Bahnhof aufwacht, weiß er weder, wie er dorthin gekommen ist, noch wieso er genau hier aufwacht. Seine Erinnerungen an die vergangenen Tage sind weg, die einzigen Erinnerungsfetzen die geblieben sind, sind ein paar Bilder eines Mädchens und ein Traum, indem Musik die Hauptrolle spielt. Orientierungslos versucht sich der Junge zurecht zu finden und landet auf dem Fischmarkt, wo er einige Wochen arbeitet und ein Mädchen namens Jule kennen lernt. Sie ist es auch, die mit ihm zusammen herausfinden möchte, was passiert ist und als Lennarts Erinnerungen zurück kommen, fahren die beiden zurück nach Berlin, wo Lennart herkommt und wo sich das, was sein Gehirn zu verbergen versucht, wohl abgespielt haben muss. Dort angekommen, muss sich Lennart seiner Vergangenheit stellen, eine Vergangenheit, in der DJ Evil eine Rolle spielt aber als Lennart auf seinen alten Freund trifft, ändert sich die Lage und Lennart und Jule schweben auf einmal in großer Gefahr. Lennart muss sich DJ Evil erneut stellen, um Jule aber auch sich zu retten, doch DJ Evil hat große Pläne, Pläne bei denen Lennart helfen soll. Und diese Pläne könnten die Welt verändern.

Fazit.
Ich bin ein großer Fan von diesem Buch. Der Roman ist super geschrieben und von Anfang bis Ende herrscht eine gewisse Spannung, die einen regelrecht mit ins Geschehen reißt und auch nicht wieder loslässt. Die Idee, mit der sich das Buch befasst, ist mir in der Form noch nicht begegnet und anfangs dachte ich auch, dass es sich bei dem Roman um etwas ‚harmloses‘ handelt, einfach nur die Geschichte eines Jugendlichen, der irgendeinen Schicksalsschlag erlitten oder zu viel und zu hart gefeiert hat aber der eigentliche Grund, weshalb Lennart Berlin verlassen musste, ist eigentlich ja so viel brutaler. Es ist interessant, wie die Musik in dem Buch dargestellt und auch eingesetzt wird und wie weit z.B. DJ Evil damit gehen möchte. Derartiges ist ja eigentlich nicht der Verwendungszweck von Musik aber es gibt dem Buch einfach das gewisse Etwas, dieses bisschen ‚Mehr‘, was das Buch einfach so interessant und lesenswert macht. Ein toller und spannender, sowie actionreicher Roman, den ich nur weiterempfehlen kann, Daumen hoch!

 

Bourbon Kings / J.R. Ward

Verlag: Lyx
Veröffentlicht: Januar 2017


BourbonKIngsStoryline.
Als Tulane auf das Anwesen seiner Eltern zurück kommt, tut er das bestimmt nicht, weil er seine Familie so liebt oder die Angestellte Lizzie vergessen hat. Die Umstände erfordern es aber kaum das Lane auf dem Anwesen seiner Familie eintrifft, kommen alte Dämonen der Vergangenheit wieder ans Licht. In der Familie lief es noch nie ganz rund aber als kurz nach Lane’s Eintreffen ein paar merkwürdige Dinge geschehen, fragt er sich zum ersten Mal, was er wirklich in den Jahren der Abwesenheit verpasst hat. Irgendetwas stimmt nicht und bald muss Lane sich eingestehen, dass es sich nicht nur um die Dämonen der Vergangenheit handelt, die ihn verfolgen, sondern dass das gesamte Leben der Bradford Familie an einem Scheideweg steht; denn das Unternehmen geht den Bach runter.
Und niemand will es gewesen sein. Edward, Lane’s Bruder, lässt sich nicht mehr blicken, seine Schwester Gin trägt die Konsequenzen ihrer Entscheidung und Lane’s Liebe zu der Angestellten Lizzie wird erneut auf die Probe gestellt. Lane kann ohne seinen Bruder, der die Familie aus gutem Grund hinter sich gelassen hat, jedoch nicht viel ausrichten und bittet Edward um Hilfe, aber als dieser herausfindet, dass ihr gemeinsamer Vater Geschäfte mit der Konkurrenz macht und die Produktion eingestellt werden soll, scheint bereits alles verloren. Doch noch will Lane nicht aufgeben. Das sein Vater dann Tod aufgefunden wird, scheint zunächst wie ein Segen, doch so korrupt sein Vater schon immer gewesen war, Lane glaubt nicht an einen Selbstmord – und er soll Recht behalten.

Fazit.
J.R. Ward hatte mich mit ihrer Fantasyreihe „Black Dagger“ schon gehabt aber mit „Bourbon Kings“ hat sich die Frau erneut in mein Herz geschrieben. Ein fantastischer Roman, düster und leidenschaftlich zugleich. All die Intrigen, die Heimlichkeiten, die Vergangenheit aller und die unerfüllten Liebschaften hatten mich von der ersten Sekunde in ihren Bann gezogen und mich bis zum Ende auch nicht mehr los gelassen. Es passiert so viel und jedes Mal wenn man denkt, dass es gar nicht schlimmer kommen kann, setzt J.R. Ward eins drauf – aber im guten Sinne. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, zumal mich gerade die Vergangenheit von Lane und Edward unendlich mitgenommen und gleichzeitig ihre Beweggründe dargestellt hat. Außer einer Menge Lob kann ich kaum was zu dem Buch sagen und ich kann es kaum erwarten, wenn es Mitte des Jahres endlich weitergeht mit dem zweiten Teil der Reihe – ein Fakt der mir erst am Ende des Buches klar geworden ist, als das Ende offen blieb. Auf jeden Fall ein Roman für alle Herz-Schmerz-Fanatiker, Affären-Liebhaber und die, die es schön düster und verstrickt mögen. Daumen hoch!

Shut Down – Du hast nur 24 Stunden / Dan Smith

Verlag: ChickenHouse
Veröffentlicht: Oktober 2016


whatsapp-image-2016-12-21-at-20-57-40Storyline.
Als der 13-Jährige Ash zu sich kommt, befindet er sich auf einer kleinen Insel irgendwo im Meer und in einem geheimen Biolabor. Kurz nachdem er aufgewacht ist, muss er feststellen, dass seine Mutter und ein paar andere Forscher in einem Labor gefangen sind und das eigentliche Kollegen mit einem Virus namens ‚Kronos‘ geflüchtet sind, um diesen Virus ans Festland zu bringen. Gleichzeitig haben sie es bereits im Labor freigelassen, was für die Menschen innerhalb des Labors den Tod bedeutet. Doch bei Ash ist es anders, er fühlt sich anders. Obwohl alles in ihm widerspricht, bricht er gemeinsam mit der Tochter eines weiteren Forschers aus dem abgeriegelten Labor aus, um die Gruppe daran zu hindern, das Virus freizusetzen. 24 Stunden, länger haben Ash und Isabel nicht. Doch das Rätsel um die Insel und ihre so fremden Tierarten aber auch um den Virus, werfen Fragen auf, deren Antwort sich in Ash’s Vergangenheit befinden. Als Ash begreift, was mit ihm los ist und weshalb er Teil dieser Geschichte ist, befindet er sich längst in einem Strudel aus Freunden, die eigentlich Feinde sind, Lügen und Verrat aber das Schlimmste ist, dass ihm die Zeit davon läuft, seine Mutter und all die anderen zu retten, indem er das Gegenmittel für Kronos beschafft.

Fazit.
Einer der besten Romane, die ich in den letzten Wochen gelesen habe. Ich muss gestehen anfangs war ich etwas skeptisch, was die Geschichte betrifft. Gerade weil Ash erst 13 Jahre alt ist und es für mich nicht wirklich typisch war/klang, dass ein 13 Jähriger die Menschheit retten soll. Am Ende des Buches muss ich sagen, dass ich ihn mir gerne etwas älter vorgestellt hätte aber ich verstehe die Gründe und warum es eben er ist, der die Hauptfigur spielt. Trotzdem. Und wenn es nur 3 Jahre gewesen wären, es würde dadurch in meinen Augen einfach etwas realistischer klingen und dennoch finde ich die Idee hinter dem Buch toll. Und ich liebe die Kapitelüberschriften. Das hat was und ist wesentlich anspruchsvoller, im Gegensatz zu einer Nummerierung, außerdem hält es die Spannung am laufen und man weiß immer, wo in etwa man sich im Buch befindet und wie viel Zeit den Beiden noch bleibt. Auf jeden Fall kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen, egal ob Junge oder Mädchen, ob Jung oder Alt, das Buch ist es wert. Daumen hoch!

Infernale / Sophie Jordan

Verlag: Loewe
Veröffentlicht: Februar 2016


infernale.jpgStoryline.
Davy ist ein Wunderkind. Schon mit drei Jahren spielte sie perfekt Klavier, brauchte nie lange um ein neues Instrument zu erlernen und lag auch sonst weit über dem Durchschnitt. Doch als bei ihr das HTS-Gen festgestellt wird, bricht ihre kleine heile Welt in tausend Scherben. HTS-Träger werden als Mörder eingestuft und sind somit von so gut wie allen sozialen Sachen ausgeschlossen. Davy verliert ihre Freunde, ihren Studienplatz, muss die Schule verlassen und wird mit fünf weiteren HTS-Trägern in einem winzigen Raum, umgeben von Stacheldraht, unterrichtet. Dort lernt sie auch den schweigsamen aber durch aus attraktiven Sean kennen. Er ist es auch, den sie mit in das Spezialprogramm nimmt, für das Davy ausgesucht wurde. Anstatt wie andere HTS-Träger eingepfercht zu werden, bekommen fünfzig Auserwählte, ein spezielles Training, das ihnen erlaubt, zurück unter die Bevölkerung zu gehen, wenn sie denn bestehen. Doch das Training ist hart und Davy stößt an ihre Grenzen. Als sie gezwungen wird, einen Mann zu töten, um Sean sein Leben zu retten, wendet sich das Blatt jedoch. Davy will keine Mörderin werden. Und Sean bietet ihr einen Ausweg an, den sie unter Lebensgefahr bestreiten müssen.

Fazit.
Das Buch ist der Hammer. Ich liebe es einfach. Nicht nur, dass es Probleme aus den sozialen Schichten auffasst, es ist einfach ein Thema, das man so noch nicht gehört hat. Schon der Klappentext hatte mich und ich muss echt sagen, dass was ich mir von dem Buch erhofft habe, hat es auf jeden Fall gehalten. Außerdem reißt die Geschichte einen in ihren Bann, sodass man einfach weiter lesen muss. Die kleine Romanze ist natürlich vorprogrammiert aber gerät zwischen den Schicksalsschlägen und den Kämpfen, eher in den Hintergrund und ist somit auf gar keinen Fall Hauptthema. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, wenn man mit (ein wenig) Gewalt umgehen kann, so ein Thema interessant findet und auf Spannung stehen. Daumen hoch!

Am Ende Der Welt Traf Ich Noah / Irmgard Kramer

Verlag: Loewe
Veröffentlicht: Juli 2015


am ende der welt traf ich noah.jpgStoryline.
Als Marlene von der Veranstaltung ihrer Eltern flieht und kurz darauf als Irina Pawlowa angesprochen wird, beginnt für sie das Abenteuer ihres Lebens. Kurzerhand entscheidet sie sich, in die Rolle der Unbekannten zu schlüpfen und befindet sich kurz darauf in der Villa Morris, in der sie von Schwester Fidelis empfangen wird. Marlene oder viel eher Irin soll Noah – dem jungen Mann der dort lebt – das Schwimmen beibringen. An sich keine große Sache. Aber Noah ist blind und alles andere als freundlich zu ihr. Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge und Noah, der anfangs so verschlossen und abweisend war, offenbart sich Marlene. In der Villa laufen komische Sachen ab, Dinge die unerklärlich sind, genauso wie die Tatsache, dass Noah das Gelände nicht verlassen darf, weil er sonst an einer merkwürdigen Krankheit sterben würde. Marlene ist verwirrt, insbesondere als Noah sie bittet, ihm bei der Flucht zu helfen. Aber es geht nicht nur um ihn – und die Gefühle, die die beiden füreinander hegen – sondern auch um Marlenes Leben.

Fazit.
Ich muss gestehen, ich kannte das Ende schon bevor ich das Buch gelesen habe. Trotzdem muss ich sagen, dass mich die Geschichte sehr gefesselt hat und das ich glatt vergessen habe, wie es ausgeht. Die Spannung, die merkwürdigen Ereignisse und die Beziehung der beiden, hat mich einfach nur in ihren Bann gezogen. Das Buch baut an Spannung nicht ab und gerade diese kleinen Konflikte zwischen Marlene und Noah und zwischen ihnen und den restlichen Bewohnern des Hauses, macht die Geschichte manchmal auch wirklich amüsant. Es ist einfach eine so schöne Geschichte, die einen wahrlich berührt. Vielleicht nicht gerade was für Jungs aber trotzdem eine herzzerreißende Geschichte. Daumen hoch.

Cordoba / Waldtraut Lewin

Verlag: Gerstenberg
Veröffentlicht: Oktober 2016


WhatsApp Image 2016-12-02 at 4.00.39 PM.jpegStoryline.
Irgendwann im 16. oder 17. Jahrhundert flüchten überall in Spanien Conversos, sogenannte „Neuchristen“, vor dem Hass ihrer Mitbürger. Lediglich in Cordoba herrscht Vernunft und Toleranz, wegen dem dort herrschenden Alkalden, María’s Vater. Er ist ein weiser Mann, gütig und vernünftig und obwohl im Land die Aufstände und Übergriffe auf die Conversos zunehmen, schafft er es seine Stadt zur Toleranz zu bewegen und bietet den Flüchtlingen Schutz. Doch als ein neuer Bischof das Volk mit Hasspredigten auf die Conversos hetzt, gerät der Alkalde in Bedrängnis. Und auch seine Tochter María, die sich in den Bruder ihrer besten Freundin verliebt hat, welcher allerdings verlobt ist, fürchtet um sein Leben. Denn ihr Vater ist krank und sollte er sterben, wird das einst so tolerante Cordoba, der Kirche in die Hände fallen.
Als während der Prozession María’s beste Freundin aus versehen ein Glas Saft über den heiligen Jakob schüttet, eskaliert die Situation. Gleichzeitig verschlechtert sich der Zustand des Alkalden drastisch und María muss mit einem Mal nicht nur um das Leben ihrer Freundin und ihres Vaters bangen, sondern auch um ihre große Liebe Diego und um das Wohl der gesamten Stadt. Und deren Zukunft.

Fazit.
Tatsächlich muss ich sagen, dass ich positiv überrascht von dem Buch bin. Meine Erwartungen lagen wesentlich tiefer, auch weil das Buch sehr religiös klang aber obwohl Religion den Hauptbestandteil dieses Romans ausmacht, ist es keinesfalls so, dass es nur um die Bibel, Kirche und ähnliches geht. Die Geschichte erzählt von den herrschenden Unruhen, der Angst der Menschen und dem Schicksal von María und ihren Vertrauten. Es ist eine tolle und herzzerreißende Geschichte, die auf jeden Fall zu den besten Büchern der vergangenen Monate gehört. Die Umstände und wie wenig es braucht, um so eine Bewegung in Gang zu setzen, sind realistisch und nachvollziehbar. Genau das fesselt einen und die Spannungen, die sich durch das gesamte Buch ziehen, lassen einen selbst nicht wirklich zur Ruhe kommen, was ich gelungen finde, weil man sich so in die Geschichte hinein versetzt. Einfach ein toller Roman, den ich jedem empfehlen kann, ob gläubig oder nicht. Daumen hoch!

 

Evolution – Die Stadt Der Überlebenden / Thomas Thiemeyer

Verlag: Arena
Veröffentlicht: Juli 2016


WhatsApp Image 2016-11-23 at 1.41.25 PM (1).jpegStoryline.
Jem und Lucie gehören zu einer Gruppe von Austauschschülern, die auf dem Weg in die USA notlanden muss. Doch als sie gelandet sind, stellen sie fest, dass der Denver Airport nicht mehr so aussieht, wie er eigentlich aussehen sollte: Keine Elektrizität, keine Menschen, überwucherte Straßen und unzählige Tiere, die Menschen nicht mal zu kennen scheinen. Nachdem der erste Schock verdaut ist, sehen sich die Jugendlichen zusammen mit ihrer Flugbegleiterin Connie und zwei Männern um und finden heraus, dass es gut zweihundert Jahre später ist, als bei ihrem Abflug in Deutschland. Doch wie ist das möglich?
Zusammen mit ihrem neuen Freund M.A.R.S – ein Roboter, der für die Pflege der Flughafenanlage zuständig ist – machen sie sich auf, um in der Innenstadt von Denver nach Menschen zu suchen. Vergeblich. Stattdessen wird Connie von einem Berglöwen getötet und die beiden Männer verschwinden spurlos, sodass die Jugendlichen auf sich alleine gestellt sind. Deshalb versuchen sie zurück zum Flughafen zu kommen, um die restlichen Passagiere zu informieren aber der Weg ist versperrt und nachdem die Jugendlichen von einem Schwarm Vögel angegriffen worden sind, entscheiden sie sich dafür, Richtung Süden zu fahren. NORAD ist ihr Ziel, eine alte Verteidigungsanlage in den Cheyenne Mountains, wo vor rund fünfzig Jahren noch Menschen gelebt haben sollen. Doch der Weg dahin ist lang und niemand kann sagen, ob die Straße überhaupt noch existiert und vor allem ist ungewiss, ob sich dort noch Menschen aufhalten. Aber die Gruppe hat keine Wahl, denn die Tiere sind ihnen dicht auf den Fersen.

Fazit.
Ein tolles Buch. Am Anfang fühlt man sehr mit den Charakteren mit, da man selbst noch nicht so ganz realisiert hat, warum dieser Zeitsprung stattgefunden hat und dann ist man ja schon mitten im Geschehen. Das Buch fordert die ganze Aufmerksamkeit des Lesers und man fühlt sich teilweise wirklich wie einer der Charaktere, der sich dort erstmal zurecht finden muss. Ich habe das Buch in einem Stück durchgelesen, einfach weil ich wissen musste, wie es weiter geht und ob die Jugendlichen es trotz der Bedrohung durch die Tiere schaffen. Das Buch geht einem an manchen Stellen auch echt nah und man überlegt auch mal für sich, wie es in der Zukunft werden könnte. Das Szenario ist gar nicht so abwegig, wenn auch ausgedacht aber wer weiß schon was in den nächsten hundert oder zweihundert Jahren so passiert? Für mich steht jedenfalls fest, dass es eines der gelungensten Bücher in dem Bereich ‚Zukunft‘ ist und eine einmalige Geschichte. Das Buch kann ich jedenfalls nur weiterempfehlen, an alle die ein wenig Fantasy, Drama und Action mögen. Daumen hoch!

Cache / Marlene Röder

Verlag: Fischer
Veröffentlicht:  Juli 2016


whatsapp-image-2016-11-23-at-1-41-25-pm-2Storyline.
Leyla und Max sind das perfekte Traumpaar, ein Paar für alle Zeiten, wenn es nach Max ginge. Doch während Max in Spanien ist, lernt Leyla durch puren Zufall den Geocacher Red kennen. Ein merkwürdiger Junge aber er begeistert sie für das Geocaching. Während ihrer gemeinsamen Zeit lernen sich die beiden besser kennen und als Max wieder kommt, hat Leyla sich ein Stück weit von ihm distanziert. Max lässt sich auf die gemeinsamen Geocaching Touren mit Red ein, auch um Leyla in ‚Sicherheit‘ zu wissen aber trotz seiner Bemühungen, entgleitet sie ihm immer mehr. Als Red verschwindet und für Leyla Hinweise hinterlässt, die sie zu ihm bringen sollen, lässt sie alles stehen und liegen, um Red zu finden. Anfangs noch mit Max, bis dieser die Wahrheit über die Beziehung zwischen Leyla und Red heraus findet.
Doch das ist bei weitem nicht das Schlimmste. Red ist nicht der junge Mann, für den Leyla ihn gehalten hat und als sie die Wahrheit herausfindet, hat Max schon eine folgenschwere Entscheidung getroffen.

Fazit.
Ich fand das Buch richtig gut. Mit dem Thema Geocaching habe ich mich nie wirklich auseinander gesetzt aber das Buch hat mein Interesse daran geweckt und das sich dieses Geocaching durch das ganze Buch zieht, verleit diesem auch einen ganz eigenen Flair. Die Geschichte zwischen Leyla und Max ist natürlich schön und tragisch zugleich, auch wenn mich das Ende doch sehr getroffen hat. Es kam unerwartet aber war im Nachhinein schon von Anfang an ein Thema in dem Buch, wenn auch eher nebensächlich und eigentlich gar nicht so in die Geschichte eingeplant. Das Red ein so vielseitiges Leben führt, macht es gar nicht so einfach, herauszufinden, wie er denn eigentlich ist; er hat mich einfach immer wieder überrascht; positiv, aber auch negativ. Im Großen und Ganzen finde ich das Buch gelungen und es vereint einige Themen, wie zum Beispiel Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen, Liebe und Interessen der einzelnen Personen; dabei bleibt es aber stets realistisch. Auf jeden Fall etwas für Leser, die es gerne knifflig haben und dennoch eine realistische Geschichte lesen möchten. Daumen hoch!

Flutlicht / Gideon Samson

Verlag: Gerstenberg
Veröffentlicht: Juni 2016


whatsapp-image-2016-11-17-at-12-30-09-pm-2Storyline.
Sri Lanka? Das hatte sich Pieter nicht vorgestellt, als er sich für ein soziales Programm angemeldet hatte. Vor allem da er sich eigentlich ausdrücklich für Uganda beworben hatte. Doch so schlimm, wie er sich die Zeit an der Blinden- und Taubenschule dort vorgestellt hatte, wurde sie nicht – ganz im Gegenteil. Pieter lernt mit diesen Menschen umzugehen, unterrichtet die benachteiligten Kinder gerne und vor allem mit einer Hingabe, die ihn selbst überrascht. Im Nachhinein war es so ziemlich die beste Zeit, die er gehabt hatte. Und das nicht nur wegen seinem Freund John, der in der Zeit, wie ein Bruder für ihn geworden war, sondern auch wegen Elin, dem blondhaarigen, schwedischen Engel, den er in den letzten Tagen kennen und lieben lernen durfte. Doch gleichzeitig wurden die letzten Tage, auch die schlimmsten. Ein Tsunami verwüstet Sri Lanka. Pieter, John und Elin finden sich. Lediglich Isabelle, Elin’s Freundin bleibt verschollen. Ein tiefer Schlag für John aber auch für Elin, die sich von Pieter abwendet und zurück nach Schweden fliegt. Die Bilder von toten Menschen, der Verwüstung und Elin’s Gesicht wird Pieter wohl nie vergessen, auch nicht nachdem er sicher aus Sri Lanka ausgeflogen werden konnte.
Aber jetzt, gut fünf Jahre nach der Katastrophe, steht er wieder vor all den Erinnerungen, die er so lange verdrängt hatte. Elin meldet sich per Facebook bei ihm, genau an dem Abend an dem das WM-Finale stattfindet, ist zufällig in der Stadt und möchte sich mit ihm treffen. Dabei hatte Pieter schon versucht mit ihr abzuschließen, immerhin hatte sie sich jahrelang nicht gemeldet. Mit einem mulmigen Gefühl begibt er sich dann doch in das genannte Hotel. Doch was ihn da erwartet, ist bei weitem nicht das, womit er gerechnet hatte. Und dabei geht es nicht nur um die Vergangenheit, sondern viel mehr um seine Zukunft.

Fazit.
Ich gestehe, ich war anfangs nicht so überzeugt von dem Buch. Nicht, weil ich nicht wusste worum es geht, sondern weil mich die englischen “Einschübe“ irritiert haben. Es war einfach ungewohnt, immer mal wieder englische Elemente oder Dialoge zu haben aber man hat sich schnell daran gewöhnt und es war jetzt auch kein Englisch, wo man ein Wörterbuch oder Google-Übersetzer o.ä. brauchte. Mit der Zeit haben diese englischen Einschübe oder eben Dialoge dann einfach dazu gehört und dem Buch seinen ganz eigenen Touch verliehen; auch dadurch das Pieter sich mit John – und den meisten anderen Charakteren – auf Englisch unterhalten musste, war es dann beinah selbstverständlich, dass dort eben auch ein englischer Dialog beschrieben war.
Die Story fande ich ebenso sehr kreativ und teilweise auch sehr persönlich, immerhin war es zwar eine fiktive Geschichte aber diese beruht ja durch aus auf Fakten und Situationen, die so ähnlich mit Sicherheit schon mal abgelaufen sind. Mich hat insbesondere das Verschwinden und diese Ungewissheit, was Isabelle betraf, getroffen und was das Ende angeht, hätte ich beim besten Willen nicht damit gerechnet. Im Nachhinein klingt es dann schon plausibel aber in dem Moment war ich wohl genauso überrascht wie Pieter.
Das Buch ist auf jedenfalls gelungen und eine Geschichte, die sowohl mit einigen Facetten des Lebens arbeitet, als eben auch Unvorhersehbares – im Extremfall eben so etwas wie ein Tsunami – mit einbezieht. Einfach ein tolles Buch, das man auf jeden Fall lesen sollte, wenn man auf ein schönes Drama, mit ein wenig Liebe steht. (Was nicht heißt, dass andere es nicht auch lesen sollten!) Daumen hoch!